INHALTE kmE

Struktur der Schule für körperliche und motorische Entwicklung (kmE)

An unserer Schule werden Schülerinnen und Schüler (SuS) mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung unterrichtet. Oft liegt  ein zusätzlicher Förderbedarf gemäß den Richtlinien der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen vor. Nach dem durchlaufen eines differenzierten Systems aus Potentialanalyse, Arbeitserprobungen und Praktikas erwerben diese SuS den Berufsorientierten Abschluss. In Bereich kmE werden aber auch Regelschüler unterrichtet. Das Ziel besteht dann im Erwerb des Hauptschulabschlusses (landesweite Prüfungsaufgaben) oder des qualifizierenden Hauptschulabschlusses (mit einer Englischprüfung).

 

Die Schulform gliedert sich in eine Grundstufe, eine Mittelstufe und eine Berufsorientierungsstufe.

Die Arbeit in den einzelnen Stufen ist organisatorisch mit den Strukturen im Förderschwerpunkt Lernen vergleichbar.

 

Die Klassengröße liegt in der Regel bei 8 Schülern. Um eine optimale Differenzierung der Unterrichtsinhalte zu erreichen arbeiten zusätzlich Erzieherinnen in den Klassen mit. Für diejenigen Schülerinnen und Schüler die aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen pflegerische und sonstige Hilfen benötigen können Teilhabeassistenten beantragt werden.

Schülerschaft kmE

 

Die Schülerschaft an einer Schule für körperliche und motorische Entwicklung (kmE) wird oft mit Rollstuhlfahrern gleichgesetzt. Tatsächlich gehören diese Personen zum Kreis der Schülerschaft unserer Schule, diese lässt jedoch nicht auf dieses Merkmal reduzieren. Vielmehr gibt es vielfältige Diagnosen und Beeinträchtigungen die einen Förderbedarf im Bereich kmE begründen. So können z.B. organische Beeinträchtigungen, chronische Erkrankungen, aber z.B. auch eine Epilepsie, genetische Anomalien oder Diabetes einen Förderbedarf ergeben. Einen Überblick über Krankheitsbilder aus dem Bereich kmE erhalten Sie hier.

 

Die Gründe für den Besuch unserer Schule lassen sich nicht zwangsläufig über das Ausmaß des unmittelbar sichtbaren Handicaps definieren. Vielmehr beschäftigen wir uns mit den Auswirkungen des Handicaps auf den Prozess des Lernens und der Aneignung der Welt.

 

Bei unserer Schülerschaft liegen häufig Probleme mit umfassenderen Auswirkungen auf den Lernprozess vor. Wir reagieren darauf mit einer an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepassten Struktur und arbeiten in kleinen Gruppen und in multiprofessionellen Teams (Förderschullehrer, Erzieher, Teilhabeassistenten). Unsere Unterrichtsinhalte werden didaktisch und methodisch an den Lernstand des jeweiligen Schülers angepasst. Wir kümmern uns um eine angemessene Hilfsmittelversorgung und beachten die notwendigen Nachteilsausgleiche. Ferner bieten wir auch die 'Unterstützte Kommunikation (UK)' an.

Einige Schülerinnen und Schüler benötigen aufgrund ihrer motorischen Beeinträchtigungen bzw. diverser Wahrnehmungs-beeinträchtigungen eine besondere Unterstützung oder besondere Hilfsmittel. Die dafür notwendigen Qualifikationen (z.B. Umgang mit dem Computer, dem Lesegerät oder Talker) werden im Unterricht vermittelt.

 

In unsere Schule ist ein Therapiezentrum integriert, in dem die Möglichkeiten für  Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie gegeben sind. Dieses Setting ermöglicht uns einen intensiven Austausch mit den Therapeuten und hat zusätzlich eine familienentlastende Funktion.

Ganztagsschule und Einzugsgebiet

 

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ist als Ganztagsschule für alle Schülerinnen und Schüler ab dem 2. Schuljahr konzipiert. Während die Unterrichtszeiten im 1. Schuljahr jeweils von 8.30 Uhr - 13.00 Uhr liegen, findet der Unterricht für die Ganztagsschüler von 8.30 Uhr - 15.30 Uhr statt. Freitags endet der Unterricht um 12.30 Uhr.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten von Montag bis Donnerstag ein Mittagessen, welches vom Taunus-Menü-Service geliefert wird.

 

Das Einzugsgebiet umfasst den Hochtaunuskreis und den Wetteraukreis. Die Schülerinnen und Schüler werden bei Bedarf mit Taxen bzw. Fahrzeugen von Hilfsdiensten kostenfrei befördert.

Beispiel aus der Grundstufe KmE

Von Dudelsäcken, jaulenden Jacken und Piratenpippi...

Das ABC-Buch der Klasse G 4a

 

Um Schriftsprache auch unter erschwerten Bedingungen erfolgreich zu erwerben, ist vor allem Spaß am Umgang und der Nutzung von Schrift wichtig. Die Literacy-Förderung nutzt daher unterschiedliche Methoden, bei denen die Schüler*innen zu Autor*innen werden. Selbst Geschriebenes zu lesen hat große persönliche Bedeutsamkeit, bereitet viel Freude und trifft garantiert das Interesse.

 

In der Klasse G 4a wurde das Lesen und Schreiben darüberhinaus mit dem grammatischen Thema der Wortarten und des Satzbaus verknüpft. So entstand das ABC-Buch „Von Dudelsäcken, jaulenden Jacken und Piratenpippi“. Die Schüler*innen suchten zu jedem Buchstaben des Alphabets ein Namenwort und ein Tuwort, die mit einer ebenfalls passenden Erweiterung zu kurzen Subjekt-Prädikat-Objekt-Sätzen zusammengesetzt wurden (z.B. Enten essen Erbsen.) Manche Sätze wurden schnell gefunden, bei anderen musste länger überlegt werden.

 

Das Ergebnis setzten die Schüler*innen mit der App BookCreator am iPad um. Illustriert wurden die Seiten schließlich mit Metacom-Symbolen (© Annette Kitzinger) und Bildmaterial, das in der App zur Verfügung steht.

 

Viel Vergnügen bei der Lektüre des ABC-Buchs!

 

Esther Radgen, Förderschullehrerin

 

Hans Thoma Schule Oberursel- Schule mit den Förderschwerpunkten

körperliche und motorische Entwicklung und Lernen 
Sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum

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